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Warum die Kamera völlig egal ist

Woher kommt es, daß selbst nach 60 Jahren Verbesserung von Kameras, Objektivschärfe, Filmkorn, Auflösung und Dynamik noch niemand mit dem gleichziehen konnte, was Ansel Adams bereits in den 1940ern geschafft hat?

Ansel hatte noch nicht mal Photoshop! Wie hat er das nur gemacht? Die meisten Nachahmungsversuche fallen eher mäßig aus; manche sind genauso gut, aber doch anders. Genau gleich ist keiner.

Es gibt Fotografen, die aus dem Internet die exakten GPS-Koordinaten von Ansels Fotoplätzen ziehen und dann mit außerordentlichen Gerätschaften bepackt und einem Originalbild in der Hand hinauswandern, um deren Bild genau zu kopieren (was gemäß US-Copyrightgesetzen illegal und darüber hinaus unanständig ist). Warum erzeugen die dann ein Bild, das zwar ähnlich aussieht, dem aber die emotionale Wirkung des Originals, das sie eigentlich kopieren wollten, völlig fehlt?

Sowas gibt es wirklich. Es wurden Astronomen einer Universität bemüht, um den einen passenden Zeitpunkt in fast zwanzig Jahren zu bestimmen, um genau zu dieser Zeit 300 Ahnungslose an genau diesem Ort zu versammeln. Trotzdem haben sie weder Wolken noch Schnee oder Schatten genau hinbekommen. Ansel würde sich im Grab umdrehen. Natürlich haben sie nicht annähernd das Bild geschaffen, das eigentlich geplant war.

Außergewöhnliche Fotos entstehen durch Inspiration, nicht durch Nachahmung.

Jeder weiß, dass man mit Photoshop aus jedem schlechten Bild ein Meisterwerk machen kann, und trotzdem sieht ein Bild nach stundenlanger Bearbeitung schlimmer aus als am Anfang. Woher kommt das?

Vielleicht liegt es daran, dass erst Sichtweise, Geduld und Fertigkeit eines Künstlers ein gutes Bild ermöglichen - nicht seine Werkzeuge.

Die Kamera fängt die Phantasie des Fotografen ein. Keine Phantasie, kein Foto - nur Müll. Das englische Wort "image" kommt von "imagination", also "Vorstellungskraft, Phantasie". Es kommt nicht von "Bildschärfe" oder "Rauschen". David LaChapelles Werk lebt gänzlich von seiner Phantasie, nicht von seiner Kamera. Diese verrückten Szenarien einzurichten ist der schwierige Teil daran. Wenn alles vorbereitet ist, könnte jede beliebige Kamera es aufnehmen. Gebt mir David LaChapelles Kamera, und ich würde nicht annähernd dieselben Ergebnisse erzielen wie er, selbst wenn ich dieselben Stars als Darsteller zur Verfügung hätte.

Auf dem Foto auf meiner Homepage zeige ich nur deshalb so ein riesiges Objektiv, damit ich nicht "Fotograf" oder "Fotografie" dazuschreiben muß. Dieses Objektiv macht es deutlicher als jedes Wort. Darum geht es doch bei visueller Kommunikation: Lange darüber nachzudenken, wie man etwas schnell und einfach erklärt. Tatsächlich habe ich dieses große Objektiv seit Jahren nicht mehr benutzt.

Mit praktisch jeder Kamera, ganz egal wie gut oder schlecht sie ist, kann man hervorragende Fotos für Titelseiten machen, bei Fotowettbewerben gewinnen oder Bilder in Galerien ausstellen. Die Qualität eines Objektivs oder einer Kamera hat fast nichts mit der Qualität der Bilder zu tun, die sich damit produzieren lassen.

Die limitierte Ausgabe von Joe Holmes' 13 x 19" Fotos seiner Serie American Museum of Natural History kann man in Manhattan bei der Jen Bekman Gallery für 650 $ pro Stück kaufen. Aufgenommen wurden sie mit einer Nikon D70.

Man kann häufig Bilder aus Holga-Kameras für noch viel mehr Geld verkaufen, nur sagen mir diese Leute nichts darüber. Holgas gibt es nagelneu für 14,95 $. In der Hemicycle Gallery des Corcoran Museum of Art in Washington D. C. gibt es eine preisgekrönte Aufnahmen zu sehen, die mit einer Holga gemacht wurde, und zwar in deren '2006 Eyes of History competition' der White House News Photographers Association.

Walker Evans sagte einmal: "Leute fragen mich ständig, welche Kamera ich benutze. Es ist nicht die Kamera, sondern es ist ---" und er tippte sich mit dem Zeigefinger an die Schläfe.

Das Equipment hat KEINEN Einfluß auf die Qualität des Bildes. Je weniger Zeit man aufwendet, sich um das Equipment zu kümmern, umso mehr Zeit kann man ins Gestalten toller Bilder investieren. Das richtige Equipment macht es nur leichter, schneller oder angenehmer, die gewünschten Resultate zu bekommen.

"Jedes moderne Objektiv ist für beste Leistung bereits bei großen Blenden korrigiert. Eine kleinere Blende erhöht lediglich die Schärfentiefe..." schrieb Ansel Adams am 3. Juni 1937 in einem Brief an Edward Weston, der ihn um Objektivempfehlungen gebeten hatte. Ansel hat vor 70 Jahren phantastisch scharfe Bilder gemacht, ohne sich darum zu kümmern, wie scharf seine Objektive sind. Nach 70 Jahren weiterer Verbesserung sollten wir uns heute viel eher darauf konzentrieren, großartige Fotos zu machen, statt Testtafeln abzufotografieren. Natürlich waren Großformatobjektive um 1930 und auch heute eher lichtschwach, typischerweise um f5,6. Objektive für kleinere Filmformate und Digitalkameras sind am besten, wenn man sie ca. 2 Stufen abblendet.

 Neues Zeug zu kaufen verbessert NICHT die Fotos. Jahrzehntelang dachte ich, "wenn ich doch nur dieses eine neue Objektiv hätte", wären all meine fotografischen Wünsche befriedigt. Denkste. Ich will noch immer "dieses eine Objektiv", und dabei fotografiere ich schon seit über 30 Jahren. Es gibt immer noch ein weiteres Objektiv. Findet Euch damit ab.

 Einzige Aufgabe der Kamera ist es, beim Fotografieren nicht im Weg zu sein.

Ernst Haas sprach darüber 1985 in einem Workshop:

Zwei Typen aus Nova Scotia hatten viel investiert, um teilnehmen zu können. Sie waren große Leica-Fans, arbeiteten in einem Fotoladen, hatten lange auf ihre Kameras gespart und fanden sehr wichtig, daß auch Ernst ein Leica-Benutzer war (obwohl er für seine Marlboro-Fotos Nikons benutzte).

Etwa am vierten Tag des Workshops ging er endlich auf die Leica-Bewunderung ein, die diese Kids an den Tag legten. Mitten in einer Diskussion, als schon wieder einer von ihnen eine Frage mit der Absicht stellte, die Überlegenheit Wetzlarer Optik zu betonen, meinte Ernst: "Die Kamera macht überhaupt keinen Unterschied. Jede kann das aufzeichnen, was Ihr seht - aber Ihr müsst SEHEN."

Während des restlichen Workshops sprach niemand mehr über Leica, Nikon, Canon oder irgendeine andere Kameramarke.

Er sagte auch: "Das beste Weitwinkelobjektiv? Zwei Schritte zurück gehen und nach dem Ah-ha-Effekt suchen."

Andreas Feininger (Franzose, 1905 - 1999), sagte: "Fotografen-Idioten, von denen es so viele gibt, sagen: 'Ach hätte ich doch nur eine Nikon oder Leica, dann könnte ich tolle Fotos machen.' Das ist das Dämlichste, was ich in meinem Leben gehört habe. Es ist nur eine Frage von Denken, Sehen und Interesse. Das ist es, was ein gutes Foto ausmacht. Und dann gilt es, alles zu vermeiden, was für das Bild schlecht wäre: das falsche Licht, den falschen Hintergrund, die falsche Zeit usw. Dann sollte man das Bild erst gar nicht machen, egal wie schön das Objekt ist.

Jeder weiß, dass Autos nicht von selbst fahren, Schreibmaschinen nicht von selbst Romane schreiben und Rembrandts Pinsel nicht von selbst gemalt haben. Wieso also glauben ansonsten intelligente Menschen, Kameras wären eine Ausnahme und fotografierten ganz von alleine? Das ausgereifteste, exotischste und teuerste Auto kann noch nicht mal von allein die Spur auf der Autobahn halten - und uns erst recht nicht von selbst nach Hause fahren. Egal wie fortschrittlich die Kamera ist - man ist immer noch selber dafür verantwortlich, sie zur rechten Zeit an den richtigen Ort zu bringen und sie in die richtige Richtung zu halten, um das gewünschte Foto zu kriegen. Auch jede noch so moderne Kamera erfordert ab und zu manuelle Eingriffe. Man sollte niemals die Kamera dafür verantwortlich machen, nicht alles zu wissen oder die falsche Belichtung oder ein verschwommenes Bild zu liefern.

So habe ich das für mich herausgefunden:

Wenn es um Kunst geht, sei es nun Musik, Fotografie, Surfen oder sonst was, dann muss jeder einen Berg überwinden. Offenbar glaubt man ungefähr die ersten 20 Jahre, die man sich mit der Kunst beschäftigt, man könne so gut wie die Profis sein, wenn man nur ein besseres Musikinstrument, eine bessere Kamera oder ein besseres Surfbord hätte. Man vergeudet eine Menge Zeit damit, sich um das Equipment zu sorgen und zu überlegen, wie man sich was Besseres leisten könnte. Nach diesen ersten 20 Jahren wird man irgendwann so gut wie all die anderen weltbekannten Künstler, und eines Tages, wenn man von jemandem um Rat gefragt wird, hat man plötzlich eine Eingebung und erkennt, dass es nie am Equipment gelegen hat.

Letztlich erkennt man, dass das viele Zeug, das man mit so viel Zeitaufwand zusammengetragen hat, es allenfalls etwas einfacher macht, den richtigen Ton, den richtigen Blick oder die richtige Bewegung zu erzielen. Aber man könnte dasselbe Ergebnis auch mit demselben alten Mistgerät erzielen, mit dem man einst angefangen hat - nur vielleicht mit etwas mehr Mühe. Man erkennt, dass die eigentliche Aufgabe des Gerätes darin besteht, nicht im Weg zu sein. Man erkennt auch, dass man schon viel früher zum erstrebten Ziel gekommen wäre, wenn man all die Zeit, die man mit Überlegungen zum Equipment verbracht hat, zum Üben, Fotografieren oder Wellenreiten genutzt hätte.

Ich traf Phil Collins im Dezember 2003 bei einer Vorführung. Es stellte sich heraus, dass die Leute seinen Sound immer erkannten, sobald sie ihn hörten. Einige Leute probierten, sein Schlagzeug zu spielen, als er mal kurz den Raum verließ - und was passierte wohl? Sie klangen überhaupt nicht wie er. Andererseits klingt Phil auf einem Miet-Schlagzeug immer noch wie Phil. Also wer glaubt immer noch, es sei das Schlagzeug, das Phil zu seinem Sound verhilft?

Ein Fan aus Michigan ist Fahrtrainer an einer großen Rennstrecke. Die Tochter eines seiner Schüler wollte es auch mal probieren. Sie reiste an und kam zur Rennstrecke in einem gemieteten Chevy Cavalier. Sie überholte sämtliche andere Schüler; das waren halbglatzige Männer besten Alters in Corvettes oder 911er Porsches. Aber warum? Ganz einfach: Sie hielt sich an die Anweisungen des Trainers und fuhr sanft und gleichmäßig auf der Ideallinie, und sie versuchte erst gar nicht, fehlende Geduld und Fertigkeit mit roher Gewalt und viel Pferdestärke zu ersetzen. Die Typen waren ziemlich angenervt, weil sie von einem MÄDCHEN abgehängt worden waren - noch dazu einem 16-jährigen.

Klar, ein Profi-Fahrer wäre in der Lage, jedes Quäntchen Leistung aus einem Auto zu kitzeln und wird durch dessen Leistung auch beschränkt, aber für die meisten Menschen hat das Auto, die Kamera, die Rennschuhe etc. wenig bis gar nichts mit ihrer Leistung zu tun, da sie selbst der limitierende Faktor sind - nicht ihr Werkzeug.

Jeder Virtuose, der ein absoluter Meister seines Instrumentes ist, würde dies bestätigen - wenn er unabhängig von seinen Sponsoren wäre.

Warum also benutzen die Künstler, deren Arbeit wir bewundern, ganz besondere, teure Werkzeuge, wenn dadurch die Qualität ihrer Arbeit gleich bleibt? Ganz einfach:

1.) Gute Werkzeuge behindern nicht und machen es einfacher, die gewünschten Resultate zu bekommen. Schlechtere Werkzeuge erfordern mehr Arbeit.
2.) Sie sind haltbarer, wenn man sie ganztägig im harten Einsatz nutzt, und das Tag für Tag.
3.) Fortgeschrittene Benutzer finden manche kleinere Ausstattungsmerkmale besonders bequem. Diese Bequemlichkeit macht das Leben des Fotografen leichter, aber es macht nicht die Fotos besser.
4.) Hey, eigentlich spricht gar nichts gegen die besten Werkzeuge, und wer das Geld ausgeben kann, warum nicht? Nur soll hinterher keiner auf die Idee kommen, dass es die tollen Werkzeuge waren, die die Arbeit gemacht haben.

Noch ein letztes Beispiel: Ich kaufte mal eine gebrauchte Kamera, die nicht sauber fokussierte. Sie war mehrmals beim Händler zur Reparatur, kam aber immer gleich schlecht zurück. Als Künstler wusste ich, wie ich den Fehler umgehen kann; das war ziemlich nervig, weil ich manuell eine Abweichung berücksichtigen musste. Trotzdem gelang mir in der Zeit, in der ich die Kamera testete, damit eines meiner absoluten Lieblingsbilder überhaupt. Dieses Bild gewann alle möglichen Preise und hing sogar in einer Galerie in Los Angeles, wo es ein Original von Ansel Adams ersetzte. Als mein Bild schließlich abgehängt wurde, kam dort wieder das von Ansel Adams hin. Also noch mal: Dieses Foto wurde mit einer Kamera gemacht, die am Ende an den Händler zurück ging, weil sie auch nach dessen Überzeugung nicht reparierbar war.

Das Entscheidende an diesem Bild war, dass ich an dem Ort ausgeharrt hatte, nachdem all meine Freunde schon zum Abendessen gegangen waren. Ich vermutete, dass es zu einer außergewöhnlichen Himmelserscheinung kommen würde. Ich nahm eine 4-minütige Belichtung mit einem ganz normalen Objektiv vor. Ich hätte auch die Box-Kamera für 3$ nehmen können, mit der ich die SW-Fotos gemacht habe, und das Bild würde genauso aussehen.

Ich bekomme auch gelegentlich Hassbriefe und -anrufe von Typen (nie von Frauen), die mit meiner persönlichen Wahl der Werkzeuge nicht einverstanden sind. Sie nehmen gleich persönlich, wenn ich etwas Anderes bevorzuge als sie. Wen interessiert das? Solche Leute meinen es gut; sie haben wahrscheinlich nur noch nicht den Berg überwunden und glauben noch, jedes Gerät habe ein bestimmtes Qualitätslevel, unabhängig vom Anwendungszweck. Sie betrachten Werkzeuge als physische Verlängerung ihres Körpers und nehmen es deshalb persönlich, wenn ich zum Spaß schreibe, dass ein bestimmtes Werkzeug für meine Zwecke nicht tauge. Zum Beispiel haben die Leica-Sammler ein echtes Problem mit dieser Seite.
Alle Gerätschaften sind unterschiedlich wertvoll, je nachdem, was man damit tun will. Was für andere toll ist, muss es nicht für mich sein - und umgekehrt.

Mit praktisch jeder Kamera, ganz egal wie gut oder schlecht sie ist, kann man hervorragende Fotos für Titelseiten machen, bei Fotowettbewerben gewinnen oder Bilder in Galerien ausstellen. Die Qualität eines Objektivs oder einer Kamera hat fast nichts mit der Qualität der Bilder zu tun, die sich damit produzieren lassen.

Jeder hat vermutlich schon all das nötige Equipment - wenn er nur lernen würde, das Beste daraus zu machen. Ein besseres Gerät wird keine besseren Fotos machen, denn ein Gerät kann niemanden zu einem besseren Fotografen machen.

Die Fotografen, nicht die Kameras, machen Bilder.

Es ist traurig, wie wenige Leute dies begreifen und all ihre Zeit damit verbringen, schlechte Ergebnisse aufs Equipment zu schieben, anstatt diese Zeit damit zu verbringen, das Sehen zu lernen und zu lernen, wie man Licht manipuliert und interpretiert.

Der Kauf neuer Kameras sorgt für dieselben Resultate, die man immer schon hatte. Weiterbildung, und nicht der Kauf anderer Kameras, ist der richtige Weg zu besseren Bildern.

Man sollte nichts, was an Fotos nicht in Ordnung ist, dem Equipment anlasten. Wer dies bezweifelt, soll in ein gutes Fotomuseum gehen oder sich ein Buch zur Fotogeschichte besorgen und sich die ausgezeichnete technische Qualität anschauen, die die Leute vor 50 oder 100 Jahren erzielt haben. Die Vorteile moderner Geräte liegen in ihrem Bedienkomfort, NICHT in der Bildqualität.

Ich habe technisch und künstlerisch wundervolle Aufnahmen mit einer 10-$-Kamera gemacht, die ich bei Goodwill gekauft habe, und habe schon eine Menge Müll fotografiert mit einem 10.000-$-Objektiv an meiner motorisierten Nikon.

Der große Edward Steichen fotografierte Isadora Duncan 1921 auf der Acropolis in Athen. Er benutzte dazu eine Kodak, die er sich vom Chefkellner seines Hotels geborgt hatte. Die Bilder sind natürlich großartig. Steichen hatte seine eigene Kamera nicht dabei, denn er hatte ursprünglich geplant, nur mit Filmequipment zu arbeiten.

Lernt, zu sehen und zu gestalten. Je mehr Zeit Ihr mit Sorge ums Equipment verschwendet, desto weniger Zeit könnt Ihr ins Erschaffen schöner Bilder investieren. Kümmert Euch um die Bilder, nicht ums Equipment.

Jeder weiß, daß die Marke der Schreibmaschine (oder die Fähigkeit, eine Schreibmaschine zu reparieren) nichts mit der Fähigkeit zu tun hat, einen fesselnden Roman zu erschaffen, obwohl eine bessere Schreibmaschine das Tippen etwas angenehmer macht. Also warum glauben so viele anderweitig vernünftige Menschen, daß die Kamera, oder genaue Kenntnis über Verschlußzeiten, Objektivbau oder Kameratechnik irgendwas mit der Fähigkeit zu tun hat, ein interessantes Foto zu schaffen, und nicht damit, die Bequemlichkeit des Fotografen zu verbessern?

Genauso, wie jemand die Schreibmaschine bedienen können muß, um damit ein Manuskript zu verfassen, so muß man auch die Kamera bedienen können, um Fotos zu machen - aber das ist nur ein kleiner Teil des Gesamtvorgangs. Wißt Ihr, welchen Computertyp oder welche Software ich benutzt habe, um das zu schreiben, was Ihr gerade lest? Natürlich nicht. Für mich ist es von Belang, aber nicht für Euch, die Leser. Genauso wird niemand, der Eure Bilder anschaut, feststellen können oder sich überhaupt dafür interessieren, welche Kamera Ihr benutzt habt. Es ist einfach egal.

Zu wissen, wie etwas gemacht wird, ist etwas völlig Anderes als die Fähigkeit, es tatsächlich zu machen - oder es sogar gut zu machen.

Wir alle wissen, wie man Klavier spielt: Man drückt einfach auf die Tasten und tritt gelegentlich ein Pedal. Die Fähigkeit, zu spielen, oder gar bei den Zuhörern Gefühle zu wecken, ist etwas völlig Anderes.

Glaubt nur nicht, das teuerste Zeug ist auch das beste. Zu viel Ausrüstung zu besitzen ist der beste Weg, die schlechtesten Fotos zu machen.

Die teureren Kameras und Objektive haben keinen signifikanten Vorteil, gemessen an ihrem gewaltigen Mehrpreis.